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... fast wie eine Zeitreise

Wenn man durch Denuvala oder Midigama streift, glaubt man sich mitunter um Jahre zurückversetzt. Immer wieder entdeckt man ein Handwerk oder eine "Ein-Mann-Fabrik", die man nur aus Erzählungen kennt wie eine "Töpferei im Freien", Wasserzapfstellen am Wegrand oder Lampenölverkäufer.

Waschplatz Bleichwiese - Seilemacher
Verläßt man sein Gästehaus in Richtung Galle, einer in der Nähe liegenden größeren Stadt und biegt gleich hinter der Brücke in die erste befestigte Straße nach rechts ein, so betritt man das "Viertel der Seilemacher". Man geht vorbei an einem öffentlichen Bade- und Waschplatz, ein Brunnen mit Waschwanne und Vorplatz aus Zement. Familien, die nicht über einen eigenen Brunnen am Haus verfügen, waschen sich und ihre Wäsche hier. Getrocknet wird die Wäsche auf Gestrüpp oder was sich sonst noch anbietet als singhalesische Bleichwiese.

Trockenplatz für WäscheMitunter gibt es auch Pumpen oder Wasserleitungen als Zapfstellen. Man holt in bauchigen Tonkrügen oder Aluminiumflaschen den täglichen Bedarf. Der Hals der Gefäße läuft in einem wulstigen Rand aus, um den der Arm geschlungen wird. Die Wasserbehälter werden gegen die Hüfte gedrückt und abtransportiert. - Erinnerungen an ein kleines Dorf in Deutschland mit seinem Brunnem werden wach, von dem einst Männer oder Frauen mit einem Schulterjoch Wassereimer zum Kochen wegschleppten ...

Der Weg führt vorbei an einer Holzhütte, einem Kaufladen, wie wir beim Vorbeigehen erkennen und streift einen Friedhof mit Grabsteinen aus dem 19. Jahrhundert. Immer wieder zweigen unbefestigte Trampelpfade zu den hinter Bäumen versteckten Häusern ab. Die Menschen auf der Straße umringen uns staunend, fragen, wo wir herkommen, und wo wir wohnen. Anscheinend verirrt sich selten ein Tourist hierher.

Irgendwann landen wir auf einem privaten Hof ohne es zu merken. Ein Lastauto wird gerade von seinem Besitzer gereinigt. Was wir von Ihm wollen, fragt er uns. Wir erklären ihm, daß wir den Seilemachern bei der Arbeit zusehen und dann zum Tempel von Denuwala wandern möchten. Er erklärt schmunzelnd, daß wir in seine Behausung eingedrungen wären. "Von der befestigten Straße abzweigende Wege führen immer zu Wohnhäusern", meint er weiter. Als er erfährt, wo wir wohnen, strahlt er und meint, der Besitzer des Gästehauses sein ein Freund von ihm. Wir fragen nach dem Weg und erhalten freundliche Auskunft: Bei der verwitterten Tempelanlage mit Dagoba müssen wir nach rechts abbiegen und dann bei dem Fluß ginge es wieder rechts. Wenn wir immer der befestigte Straße folgten, können wir nicht fehl gehen.

Kokosnuß-SchalenBald stoßen wird auf die ersten "Seilfabriken". Gearbeitet wird im Garten vor den Häusern oder direkt auf der Straße. Die Basthaut der Kokosnuß würde gesammelt und dann über längere Zeit in einem Wasserbecken geweicht; anschließend gewinnt man die Faser, erklärt man uns. Sie werden mit Haspeln zu Schnüren und Seilen gedreht. Die Seile spannen sich oft mehrere Meter die Straße entlang, ehe sie für den Verkauf aufgewickelt werden. Bei den Seilemachern hängen Bündel von Schnüren und Seilen am Haus. Ab und an kommt ein Radfahrer mit Seilen bepackt vorbei. Sie fahren der Hauptstraße zu. Unmittelbar vor dem Fluß befindet sich eine kleine Fabrik mit mehreren Haspeln im Hof.

... traveling into passed times

Sri Lanka sometimes gives you the feeling like being in former times: It is possible to observe craftsman like potter, people making cables or forming bricks only with hands.